Fördervereine sind an vielen Schulen und auch im vorschulischen Bildungsbereich in Baden-Württemberg eine unverzichtbare Stütze im Schul- und Kita-Alltag. Sie unterstützen finanziell aber auch durch ihre Zeit und ihre Tatkraft. Vielfältige Angebote, u.a. im Bereich Betreuung, Projektförderung, Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in besonderen Bedarfslagen, Lese- und Sprachförderung oder Hofgestaltung, wären ohne die engagierte Hilfe von Freiwilligen meist nicht umsetzbar. Wir möchten auf unserem Blog einige dieser tollen Projekte vorstellen und der Öffentlichkeit zeigen: Ohne Schul- und Kitafördervereine würde manches an der Schule und in Kitas nicht funktionieren - Ehrenamt macht tatsächlich Schule - und Kita!
Viel Freude beim Lesen!
Förderverein der Luginslandschule Stuttgart
Ein Förderverein wird häufig zuerst mit Anschaffungen verbunden: Lernmaterialien, Education-Sets, Projekte zur Stärkung sozialer Kompetenzen, Zuschüsse zu Ausflügen oder Klassenfahrten. Auch der Förderverein der Luginslandschule in Stuttgart unterstützt die Schule auf ganz unterschiedliche Weise.
Doch manchmal beginnt gute Bildung an einem Ort, an den man zunächst vielleicht gar nicht denkt: auf der Schultoilette.
„Unsere Erfahrung zeigt: Gute Bildung beginnt nicht bei Material oder Technik. Kinder lernen besonders gut, wenn sie sich sicher, willkommen und wohl fühlen.“, sagt Anja Tschanter, Vorsitzende des Fördervereins der Luginslandschule.
Genau aus diesem Gedanken entstand das Projekt „Wohlfühlort Schule“. Der Förderverein möchte Schule nicht nur finanziell unterstützen, sondern aktiv als Lebens-, Lern- und Begegnungsraum mitgestalten. Der erste große Schritt war im Oktober 2025 die Neugestaltung der Schultoiletten.
Viele Kinder empfanden die Toiletten zuvor als unfreundlich und unangenehm. Einige vermieden den Toilettengang sogar. Für den Förderverein war deshalb klar: Wenn sich wirklich etwas verändern soll, müssen die Kinder selbst beteiligt werden.
Also sammelten die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen und Mottos für die acht Toilettenräume. Dabei wurde es bunt, kreativ und fantasievoll: Zur Auswahl standen unter anderem Graffiti, Süßigkeiten, Pokémon oder gefährliche Urwaldtiere, die keiner kennt. Anschließend stimmten die Kinder darüber ab, welche Themen umgesetzt werden sollten.
Der Förderverein übernahm die Beschaffung der Materialien. Beim gemeinsamen Umsetzungstag packten Kinder und Eltern zusammen an. Es wurde gemalt, gestaltet, verschönert und verwandelt. Aus tristen Toilettenbereichen entstanden freundliche, farbenfrohe Themenwelten. Zusätzlich wurde gemeinsam mit dem Reinigungsunternehmen ein Konzept zur nachhaltigen Geruchsreduzierung umgesetzt.
Besonders wertvoll war dabei die Beteiligung der Kinder. Sie waren nicht nur Nutzerinnen und Nutzer der neuen Räume, sondern selbst Gestalterinnen und Gestalter. Sie konnten ihre Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und erleben, dass ihre Meinung zählt.
„Die Kinder waren nicht nur dabei – sie haben das Projekt wirklich zu ihrem eigenen gemacht“, beschreibt Anja Tschanter. „Sie gehen bis heute deutlich achtsamer mit ihren Toiletten um.“
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Fördervereine Schule verändern können – nicht immer mit großen Bauprojekten, sondern mit guten Ideen, echter Beteiligung und einem Blick dafür, was Kinder im Schulalltag brauchen.
Im Mittelpunkt stand nicht die einzelne Anschaffung, sondern eine einfache Frage: Was brauchen Kinder, um sich in ihrer Schule wirklich wohlzufühlen?
Die Antwort der Luginslandschule lautet: Wertschätzung, Beteiligung, Gemeinschaft – und Räume, die zeigen: Ihr seid hier willkommen.
Auf diesem Erfolg möchte der Förderverein weiter aufbauen. Als nächstes ist ein „Wohlfühlwohnzimmer“ geplant: ein geräuscharmer Rückzugs- und Lernraum, in dem Kinder lesen, zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen oder in kleinen Gruppen arbeiten können.
Damit knüpft das Projekt an das an, wofür der Förderverein der Luginslandschule seit seiner Gründung im Jahr 1999 steht: das Leben und Lernen an der Schule zu unterstützen und allen Kindern wertvolle Erlebnisse und gemeinschaftliche Erfahrungen zu ermöglichen.
Ein starkes Beispiel dafür, wie Fördervereine Schule kindgerechter, lebendiger und menschlicher machen.
Idee zum Nachmachen:
Wer an der eigenen Schule ein ähnliches Projekt starten möchte, sollte zuerst die Schulleitung ins Boot holen, die Kinder nach ihren Ideen fragen und gemeinsam prüfen, welche Unterstützung durch Schule, Eltern, Förderverein oder Schulträger möglich ist. Gerade Oft reichen schon wenige engagierte Helferinnen und Helfer, ein klarer Plan und ein Aktionstag, um einen Ort zu verändern, der im Schulalltag für Kinder wichtiger ist, als Erwachsene manchmal denken.
Bei Farbe, Pinseln und weiterem Material lohnt sich oft auch die Nachfrage beim Schulverwaltungsamt – zum Beispiel auch, wenn Eltern ein Klassenzimmer streichen möchten.







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